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Rekordstrafe für Hertha-Spieler Kobiaschwili PDF Drucken E-Mail
Montag, den 04. Juni 2012 um 21:36 Uhr

Rekordstrafe trotz Geständnis des reuigen Sünders: Hertha-Profi Lewan Kobiaschwili hat den tätlichen Angriff auf Schiedsrichter Wolfgang Stark zugegeben, aber dennoch vom DFB-Sportgericht eine drakonische Sperre erhalten. Der Georgier wurde nach den skandalösen Vorfällen am 15. Mai rund um das Relegations-Rückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und den Berliner (2:2) zu einer Sperre von siebeneinhalb Monaten bis zum 31. Dezember 2012 verurteilt.

"Ich werde dieses Urteil akzeptieren, damit ich weiter Fußball spielen kann. Meine Familie und ich haben in der letzten Zeit sehr gelitten, daher bin ich jetzt sehr froh, dass das Verfahren abgeschlossen ist", sagte Kobiaschwili.

Ursprünglich hatte der Kontrollausschuss eine Strafe von einem Jahr gefordert. Kobiaschwili dürfte damit erst wieder in der Rückrunde der kommenden Saison von den Berlinern eingesetzt werden. Für siebeneinhalb Monate wurde in der Bundesliga-Geschichte noch nie ein Spieler wegen einer Tätlichkeit aus dem Verkehr gezogen. Timo Konietzka hatte in der Saison 1966/67 eine Sperre von sechs Monaten erhalten.

"Bei der Bemessung der Sperre für Lewan Kobiaschwili wurde insbesondere sein Geständnis berücksichtigt, das auch auf das Strafverfahren und einen möglichen Zivilrechtsstreit ausstrahlen kann. Im Übrigen erleidet der Spieler durch die Sperre hohe Einkommensverluste", sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts.

"Der Spieler Lewan Kobiaschwili hat mit ausgestreckter Faust in meine Richtung geschlagen. Ich habe mich weggeduckt, bin dann am Hinterkopf getroffen worden. Einzig das Treppengeländer verhinderte einen Sturz, und das wären fünf bis sechs Meter gewesen", hatte Stark bei der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht gesagt.

 

 

Stark hatte Kobiaschwili noch in der Schiedsrichterkabine wegen Körperverletzung angezeigt, der Unparteiische aus Ergolding erlitt einen Bluterguss im Nackenbereich. Kobiaschwili, der vom Berliner Ex-Trainer Otto Rehhagel noch als "fairster Spieler seit dem Zweiten Weltkrieg" bezeichnet worden war, hatte zuvor immer seine Unschuld beteuert.

Die Hertha-Akteure Thomas Kraft und Andre Mijatovic wurden wegen Schiedsrichterbeleidigung für vier beziehungsweise drei Spiele gesperrt. Ihr Strafmaß wurde um ein Spiel reduziert. Das Urteil gegen Christian Lell, dem vorgeworfen wird, den Düsseldorfer Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt und Stark ebenfalls beleidigt zu haben, steht noch aus und soll in dieser Woche fallen.

AFP, foto-Fanatico2009

 

 
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