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Benedikt XVI. verklagt Satiremagazin "Titanic" PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 10. Juli 2012 um 18:19 Uhr

Papst Benedikt XVI. hat das Satiremagazin "Titanic" verklagt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche beauftragte einen Rechtsanwalt, wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte durch das aktuelle Titelbild gegen das Blatt vorzugehen, wie die Zeitschrift in Frankfurt am Main mitteilte. "Titanic" nimmt in dem Bild das Kirchenoberhaupt wegen der sogenannten Vatileaks-Affäre auf Korn, die sich um die Veröffentlichung teilweise brisanter interner Papiere des Vatikans dreht.

Das Titelbild zeigt Benedikt mit einer im Bereich des Schritts gelblich eingefärbten Soutane, begleitet von der Schlagzeile "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!". Das Magazin veröffentlichte nun auf seiner Homepage eine Faxkopie des Schreibens, das Erzbischof Angelo Becciu im Namen des Papstes an den Bonner Rechtsanwalt Gernot Lehr schickte. "Der Heilige Vater beauftragt Sie, gegen die Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte vorzugehen", heißt es darin. Laut "Titanic" ist es das erste Mal, dass ein Papst persönlich zivilrechtlich gegen das streitbare Satireblatt vorgeht.

 

 

"Titanic"-Chefredakteur Leo Fischer erklärte, die Redaktion werde eine Unterlassungserklärung zu der Titelgeschichte "einstweilen nicht unterzeichnen". Benedikt müsse das Titelbild missverstanden haben. Es zeige einen Papst, der nach der Aufklärung der Affäre feiere und im Überschwang ein Glas Limonade über seine Soutane verschüttet habe. "Es ist allgemein bekannt, dass der Papst ein großer Freund des Erfrischungsgetränks Fanta ist." Die "Titanic" hoffe nun auf ein persönliches Gespräch mit dem Heiligen Vater, um das Missverständnis auszuräumen.

AFP, foto-1362