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Astronaut Gerst nach mehr als sechs Monaten in der ISS zurück auf der Erde PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, den 20. Dezember 2018 um 21:49 Uhr

Sojus-Kapsel in Kasachstan gelandet

"Astro-Alex" ist zurück: Mit einer Jubelgeste meldete sich der deutsche Astronaut Alexander Gerst am Donnerstag nach mehr als sechs Monaten auf der Internationalen Raumstation ISS zurück auf der Erde. Während sich in Deutschland viele stolz und zufrieden über die Mission des 42-Jährigen zeigten, beendete Gerst seine Aufgabe als ISS-Kommandant mit einer nachdenklichen und emotionalen Botschaft an seine ungeborenen Enkelkinder.

Gerst landete kurz nach 6.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit in der kasachischen Steppe. Die Landung nach seinem zweiten Weltraumaufenthalt beschrieb Gerst als "super entspannt". Es sei sehr viel einfacher und angenehmer gelaufen als bei seiner ersten Rückkehr aus dem All, sagte der Astronaut dem ARD-Studio Moskau.

Bevor Gerst landete, ließ er eine am 25. November im Aussichtsmodul der ISS aufgenommene Botschaft an seine ungeborenen Enkelkinder veröffentlichen. "Wenn ich so auf den Planeten runterschaue, dann denke ich, dass ich mich bei euch wohl leider entschuldigen muss", sagte Gerst. Es sehe so aus, als ob seine Generation den Planeten nicht im besten Zustand hinterlassen werde.

Auch wenn die Menschen im Nachhinein oft behaupteten, dass sie es nicht gewusst hätten, sei ihnen heute sehr klar, welche Probleme es gebe. Gerst zählte auf, dass die Menschen den Planeten mit Kohlendioxid verpesten, Wälder roden, Meere mit Öl verschmutzen, die limitierten Ressourcen viel zu sehr verbrauchen und sinnlose Kriege führen würden. Der noch kinderlose Gerst sagte an die Adresse der ungeborenen Enkel, er hoffe sehr für diese, "dass wir noch die Kurve kriegen".

Das russische Kontrollzentrum hatte nach der Landung von Gerst und seinen zwei mit ihm zurückgekehrten Astronauten mitgeteilt, "die Crew der bemannten Sojus MS-09 ist sicher zur Erde zurückgekehrt."

"Der Crew geht es gut, die Sojus-Kapsel ist in einer aufrechten Position gelandet und die Teams sind bereits vor Ort", schrieb das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Kurzbotschaftendienst Twitter. Eine Reihe von Raumfahrexperten zollten Gerst und seiner Mannschaft Respekt.

Die Kapsel hatte rund dreieinhalb Stunden vor der Landung von der ISS abgedockt. Mit an Bord waren die Nasa-Astronautin Serena Auñón-Chancellor und der russische Kosmonaut Sergej Prokopjew.

Der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt, Thomas Jarzombek, erklärte, die Bundesregierung sei "stolz auf 'Astro-Alex'". "Alexander Gerst hat mit seiner Horizons-Mission eine Welle der Begeisterung in Deutschland ausgelöst." Sein leidenschaftliches Engagement für Forschung und Technik fasziniere vor allem junge Menschen und habe Strahlkraft über die Raumfahrt hinaus. "Alexander Gerst ist zu einem Vorbild für unsere gesamte Gesellschaft geworden."

Der Regierungsbeauftragte verwies auf die insgesamt 40 deutschen Experimente im Weltraum. Die Mission unterstreiche das herausragende deutsche Engagement bei der ISS. "Deutschland ist innerhalb Europas die führende Nation bei der Finanzierung und der Technologie für die ISS." Wunsch sei nun, dass auch der zweite deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer bald seinen ersten Raumflug durchführen werde.

Gerst ist nun derjenige europäische Astronaut, der sich am längsten im All aufgehalten hat. Er soll noch am Donnerstag nach Deutschland weiterreisen und noch am Abend wieder deutschen Boden betreten: Eine Maschine mit dem 42-Jährigen wird am Abend auf dem militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn erwartet.

AFP