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Gemeinde Mühlrose in Sachsen wird trotz Kohleausstiegs umgesiedelt PDF Drucken E-Mail
Samstag, den 16. Februar 2019 um 20:39 Uhr

Trotz des Kompromisses zum Kohleausstieg hält der Energie- und Bergbaukonzern LEAG an der Umsiedlung des kleinen sächsischen Orts Mühlrose zur

Erweiterung eines Tagebaus fest. Die Entscheidung sei den Bewohnern am Dienstagabend auf einer Bürgerversammlung verkündet worden, erklärten das Unternehmen und die sächsische Regierung in Cottbus und Dresden. Mühlrose hat etwa 200 Einwohner.

Mühlrose gehört zur Gemeinde Trebendorf, die nach eigenen Angaben bereits 2008 mit dem LEAG-Vorgängerunternehmen Vattenfall nach langen Verhandlungen einen Vertrag über eine sozialverträgliche Umsiedlung sowie Entschädigungen und Investitionen in die kommunale Entwicklung geschlossen hatte. Dieser war laut LEAG bis Mitte vergangenen Jahres in allen Details ausgehandelt worden. Die entsprechenden Planungen zur Erweiterung des Braunkohletagebaus datieren bereits aus dem Jahr 1994.

Nach dem jüngsten Kompromiss der sogenannten Kohlekommission zu einem schrittweisen Kohleausstieg bis 2038 wollte die LEAG nach eigenen Angaben allerdings noch einmal überprüfen, ob das Vorhaben in dem Lausitzer Kohlerevier weiterhin sinnvoll ist. Dies sei aber der Fall. Die Kohlereserven des Tagebauteilfelds von Mühlrose würden trotzdem für eine "bedarfsgerechte Versorgung des Kraftwerks Boxberg benötigt".

Sachsens Landesregierung, die auch an der Aushandlung des Vertrags über die Umsiedlung der Bürger von Mühlrose in anderen Gemeindeteile beteiligt war, begrüßte die Entscheidung. "Damit ist eine jahrelange Unsicherheit und Zitterpartie für die Anwohner beendet", erklärte Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Sie hätten nun endlich die erwünschte Klarheit und könnten die Entschädigungszahlungen erhalten.

Das Feld Mühlrose gehört zum Tagebaugebiet Nochten und enthält laut LEAG 150 Millionen Tonnen Braunkohle. Die Einwohner werden demnach an einem selbstgewählten Ort in der Nachbargemeinde Schleife umsiedeln. Der fertig ausgehandelte Vertrag dazu soll im März unterzeichnet werden.

Die LEAG ging aus dem Verkauf des Kohleabbau- und Kraftwerksgeschäfts des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall in Brandenburg und Sachsen hervor. Dieser hatte seine dortigen Betriebe 2016 an die tschechischen Energieversorger EPH und dessen Partner PPF Investments veräußert.afp, René Mettke